Freitag, 19. Februar 2016

Geflüchtete prangern unmenschliche Zustände in Unterkünften an – Studierende solidarisieren sich

Am  vergangenen Mittwoch demonstrierten etwa hundert Geflüchtete gegen die unmenschlichen Zustände in einer Notunterkunft in Humbold – Gremberg. Wir als sozialistischer Studierendenverband an der Uni zu Köln solidarisieren uns mit den Protesten der Geflüchteten.
„Es ist seit Langem kein Geheimnis, dass die Erstaufnahmelager teils in desolatem Zustand sind. Ein*e Sozialarbeiter*in für 3 Unterkünfte, alkoholisierte und übergriffige Sicherheitsleute und kein fließendes Wasser sind nur einige anschauliche Beispiele für die menschenunwürdige Unterbringung von traumatisierten Menschen hier, in einer der reichsten Volkswirtschaften der Welt“, empört sich Simon Eberhardt, Mitglied des SDS.
„Was uns sprachlos macht, sind die von den geflüchteten Frauen* beschriebenen sexuellen Übergriffe der Sicherheitsleute. Niemand auf dieser Welt sollte die Erfahrung machen müssen, sexuell missbraucht zu werden. Besonders schockierend ist das Kalkül der Sicherheitsleute. Sie sind sich der Tatsache bewusst, dass die Frauen* ihnen absolut ausgeliefert sind und sich kaum wehren können.“ macht Larissa Janz klar. „Nach Silvester gab es große öffentliche Empörung über die sexuellen Übergriffe. Ich bin mir fast sicher, dass der sexuelle Missbrauch dieser Frauen in der Öffentlichkeit fast unbeachtet bleiben wird.“
Wir fordern eine juristische Aufarbeitung der Vorwürfe und fordern, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden!
Dieser Fall zeigt jedoch auch in aller Deutlichkeit, dass das Konzept der Unterbringung in Lagern versagt hat. Wir fordern dezentrale Unterbringung von Geflüchteten in menschenwürdigen Unterkünften, die ausreichend Schutz und Privatsphäre bieten.
„Es kann nicht sein, das eine öffentliche Empörungswelle durch Deutschland geht, nur weil der sexuelle Missbrauch von angeblichen „Ausländern“ ausging. Es wird Zeit für eine echte Debatte darüber, wie man sexuelle Gewalt an Frauen* verhindern kann!“ Betont Larissa Janz abschließend.