Wer wir sind


Der SDS Köln ist eine demokratische, sozialistische und antikapitalistische Hochschulgruppe. Der SDS - kurz für Sozialistisch-Demokratischer Studentenverband, steht der Linkspartei nahe. Wir engagieren uns gleichermaßen auf dem Campus sowie in der Politik im Allgemeinen. Unsere Satzung könnt Ihr hier nachlesen.

Bildungsreform zersetzt die Forschung

Bildung kann nicht auf Arbeitsbefähigung reduziert werden. Bildung muss immer sowohl dem Gemeinwohl, als auch der Mündigkeit und Freiheit des Einzelnen dienen. Sie muss eine Lebenspraxis ermöglichen, die kritische Reflexion und demokratische Teilhabe unverrückbar in sich vereint.

Allerdings bewirken die sog. „Bildungsreformen“ des letzten Jahrzehnts genau das Gegenteil. Durch das Prinzip der unternehmerischen Hochschule wird marktradikales Denken in Forschung und Lehre hineingetragen. Der kapitalistische Konkurrenzkampf gilt als Wundermittel, das angeblich wie eine „unsichtbare Hand“ den Universitäten und ihren Angehörigen den rechten Weg weist. In der Folge wurden die Hochschulräte eingerichtet, somit treffen privatwirtschaftliche Kräfte einen Großteil der Entscheidungen.

Allerdings ist diese „unsichtbare Hand“ nichts als ein Märchen. Tatsächlich zersetzt sie die Grundlagenforschung. An deren Stelle tritt das Drittmittelprojekt, das auf die Entwicklung von verkäuflichen Produkten abzielt.

Lehre bringt keinen Gewinn ein

Die Lehre ist demgegenüber ein lästiges Anhängsel, da sie keinen Gewinn abwirft - die Einheit von Forschung und Lehre schwindet. Sie weicht der Aufteilung der Hochschulen in Eliteuniversitäten und Massenunis, also solchen Universitäten, die gewinnbringende Forschung betreiben, und solchen, die sich durch die massenhafte Ausbildung von Studierenden über Wasser halten.

Was können wir tun?

Politik folgt dem Gesetz der Stärke. Veränderungen werden nicht allein durch Worte bewirkt, sondern durch die hinter ihnen stehende Kraft. Wir Studierenden müssen uns bewusst sein, dass Kräfte gegen uns stehen, deren Interessen den unsrigen direkt widersprechen. Und sie zögern nicht, von ihrer Macht Gebrauch zu machen. Die rot-grüne Minderheitsregierung in NRW steht unter einem enormen Druck; nicht nur von Seiten des Kapitals und der CDU, sondern auch von Konservativen in den eigenen Reihen.

Um dem etwas entgegenzusetzen, müssen wir selbst aktiv werden. Allein und vereinzelt können wir nichts erreichen – unsere Stärke kann nur kollektiv und organisiert zum Ausdruck kommen. Wir müssen durch gemeinsame Aktion unsere Rechte verteidigen, in die Offensive gehen und neue Fortschritte erkämpfen!

Mehr als nur Hochschulpolitik

Wir lehnen die Trennung von Hochschul- und Allgemeinpolitik entschieden ab. Erstens unterliegen auch die Universitäten der allgemeinen Gesetzgebung. Die „allgemeine“ Politik, verkörpert im Bundesland NRW, ist die rechtliche Grundlage der Hochschulpolitik.

Zweitens – und hier liegt der Hund begraben – verfehlt diese Trennung vollkommen den Sinn echter Bildung. Sie bejaht das Modell des Studiums als reine Berufsausbildung, betrachtet Emanzipation als Störung des Lehrbetriebs. Mehr noch. Sie ist eine Fessel, da das Denken an Fragen des Komforts gebunden wird, die über den Gedankenkreis von Tutorien, PC-Pools und Kaffeeautomaten nicht hinaus reichen.

Wir stellen dem die Einheit von Allgemein- und Hochschulpolitik entgegen. Wenn sich die Studierenden in den allgemeinen Kampf für Freiheit, Würde und Solidarität einbringen, erweitern sie ihren Horizont und gewinnen Verbündete. Der SDS Kölle sieht sich in diesem Sinne als Teil einer Bewegung und nicht als „Schülervertretung“ für Erwachsene.


Das sind unsere Forderungen